Innovativer Fachtag „MIT DEN KOMMUNEN – FÜR DIE KOMMUNEN“

Abschlusstagung des sächsischen Modellprojektes “Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen zu Eltern-Kind-Zentren“
am 25.10.2018 im PUMPWERK EINS – CHEMNITZ

Nach 2 1/2 Jahren Projektlaufzeit stellten 31 Modellstandorte im Freistaat Sachsen den aktuellen Stand ihrer Entwicklungs- und Umsetzungsprozesse zum Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ) vor.

Die Fachtagung lud dazu ein, die EKiZ Einrichtungsentwicklungen und deren Schnittstellen zu kommunalen Entwicklungsthemen mit Praktikern und im Dialog mit der Politik, den Kommunen und der Verwaltung weiter zu denken. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Bildungswerk für Kommunalpolitik Sachsen e.V. statt.

Im innovativen Format eines „Galerie-Rundganges“ konnten die ca. 100 Teilnehmer*innen einen Einblick in die Schwerpunkte und Wirkungen der 31 EKiZ in ihren jeweiligen Kommunen und Sozialräumen gewinnen und weitere Entwicklungsschritte diskutieren.

In drei Impulsbeiträgen aus der Praxis reflektierten Trägervertreter*innen, Mandatsträger*innen und Wissenschaftler*innen schlaglichtartig die Entwicklungs- und Umsetzungsprozesse an „ihren“ EKiZ-Standorten.

Zur Freude der involvierten Akteure verkündete der zuständigen Abteilungsleiter des Kultusministeriums in seinem Grußwort eine Weiterführung des EKiZ-Projektes und verwies hierbei auf die Haushaltsentscheidung des sächsischen Landtages im Dezember.

Zentrale Erkenntnis des Fachtages war, dass EKiZ-Einrichtungen schon jetzt ein wichtiger Baustein für die Entwicklung familienfreundlicher Kommunen sind und eine Erweiterung des Aufgabenspektrums von Kindertageseinrichtungen im Sinne eines EKiZ ein attraktiver Leistungsbereich der kommunalen Daseinsfürsorge sein kann. Die Rückmeldungen der Teilnehmer*innen können als ein Plädoyer für eine stärkere Einbindung der EKiZ im Rahmen der Kommunalplanung und einer weiteren Unterstützung/Förderung durch die Landesregierung zusammengefasst werden.

Im Folgenden finden Sie die Dokumentation dieses Fachtages.

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Anmeldung

Pünktlich um 9 Uhr öffneten sich die Türen des Fachtages „MIT DEN KOMMUNEN – FÜR DIE KOMMUNEN“ des Landesmodellprojektes EKiZ-Sachsen. Die Team des Bildungswerk für Kommunalpolitik Sachsen e.V. und des Felsenweg-Institutes begrüßte die Teilnehmer*innen und bot Orientierung im Programm.
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Begrüßung

Günter Refle: Institutsleitung Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung Herr Refle begrüßte im Namen der Projektleitung EKiZ-Sachsen und des Bildungswerk für Kommunalpolitik Sachsen e.V. die anwesenden Akteure.
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Grußwort

Arnfried Schlosser: Referatsleiter Kindertagesbetreuung Sächsisches Staatsministerium für Kultus Im Namen des Ministeriums dankte Herr Schlosser den beteiligten Modellstandorten für die Arbeit der letzten drei Jahre. Ein besonderes Augenmerk legte Herr Schlosser auf die Verschiedenheit der Einrichtungen, die während der Projektlaufzeit mit stark abweichenden Personal- und Ressourcenausstattung und mit unterschiedlich intensiven Unterstützungsnetzwerken einen sichtbaren Mehrwert für Familien vor Ort schaffen konnten. Er unterstrich die außerordentliche Leistung, die die Leitungen und ihre Teams im Rahmen des Projekts erbracht haben und dankte all jenen Trägern und Kommunen, die die Arbeit Ihrer EKiZe unterstützt oder gar als festen Bestandteil ihres Träger- bzw. Kommunalprofils eingebunden haben. Das Land ist sich bewusst, dass eine Nachhaltigkeit des EKiZ-Ansatzes nur über das Engagement und die finanzielle Beteiligung der Kommunen gewährleistet werden kann und tritt dafür ein, im Rahmen einer Fortführung darauf einen besonderen Fokus zu legen. Der Fachtag in Kooperation mit dem Bildungswerk für Kommunalpolitik Sachsen e.V. würde diese Stoßrichtung ebenfalls gut zum Ausdruck bringen. Der Freistaat Sachsen wird vorbehaltlich der verfügbaren Haushaltsmittel auch weiterhin in die Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen investieren. Über die dafür zu Verfügung stehenden finanziellen Mittel und die entsprechende Ausgestaltung wird mit Verabschiedung des sächsischen Haushaltes im Dezember 2018 entschieden.
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Tagungsmoderation

Günter Refle: Institutsleitung Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung Herr Refle gab einen Überblick über den Ablauf des Tages bestehend aus Rundreisen durch die EKiZ-Projektlandschaft und die EKiZ-Modellstandorte mit Galerierundgang, sowie durch drei EKiZ-Kommunen des ländlichen Raums in Form von kurzen Vorträgen und Interviews. Die Powerpoint-Präsentation der Fachtagsleitung mit allen inhaltlichen Blöcken und organisatorischen Anweisungen können Sie unter folgendem Link abrufen.
PPT Moderation Fachtag EKiZ (PDF, 3,6 MB)
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EKiZ Landesmodellprojekt zusammengefasst

Sylke Bilz: Projektleitung EKiZ am Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung Frau Bilz stellte mit einem „Poster der Projektleitung“ zusammengefasst über Symbole die Arbeit der Projektleitung und die zentralen Punkte der EKiZ-Praxisbegleitung vor. Der Auftrag des Teams des Felsenweg-Institutes war es, den „EKIZ-Ball“ anzustoßen und dabei vorhandene Fäden im Freistaat aufzunehmen und diese im Sinne eines roten Fadens durch das Projekt in Gestalt eines Praxisbegleitprozesses weiterzuspinnen. Grundlage hierfür war das Leitbild „GaBi – ganzheitliche Bildung im Sozialraum„. Der Fokus lag dabei auf einer Wirkorientierung und der Frage „Was soll sich bei Familien ändern und welche Angebote bewirken diese Änderung?“ Neben der Begleitung der Praxis verstand sich das Team auch als Kümmerer, der den „Ball“ über die verschiedenen involvierten Ebenen von Politik, Verwaltung/Kommune und Träger/Team spielte. Handlungsleitend waren dabei das „Anknüpfen an Vorhandenem“, ein ressourcenorientiertes Herangehen (So-wie-so`s lokalisieren und nutzen), mögliche EkiZ-Modelle in steuerungsrelevanten Gremien zu diskutieren und bedarfsorientierte Weiterbildungskonzepte zu erstellen. Das gemeinsame Ziel aller Akteure war es dabei: Die Erziehungskompetenz der Eltern zu stärken, Lebenslagen von Familien zu verbessern und damit einen Beitrag für familienfreundliche Kommunen zu leisten. Die Präsentation in Form eines „Posters der EKiZ-Projektleitung“ war zugleich Beispiel und Einleitung für die folgende Methode „Galerierundgang“.
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Galerierundgang

Alle Teilnehmer*innen konnte sich einer von sieben EKiZ-Regionen zuordnen. In den Gruppen wurden Assoziationen zu den dargestellten Einrichtungspostern gesammelt und Vertreter*innen der Einrichtungen erklärten im Anschluss „Ihre“ Poster. Sehen Sie in der Gesamtübersicht alle Poster und die jeweiligen Begleittexte der Einrichtungen.
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Pause und Möglichkeit zum Austausch

Während der Mittagspause bot sich die Möglichkeit zum Netzwerken unter den Teilnehmer*innen. Der Galerierundgang lud dazu ein, weitere Poster anderer Regionen auszuschauen und sich mit Akteuren anderer Standorte auszutauschen.
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1. Einrichtungsmodell EKiZ „Wichtelhaus“ in Oelsnitz/Erzgebirge

Jürgen Tautz, Geschäftsführer AWO Kreisverband Chemnitz und Umgebung e.V. (Foto re.) und Bürgermeister Bernd Birkigt, Oelsnitz /Erzgeb. (Foto li.) Herr Tautz und Bürgermeister Birkigt gaben Auskunft über wichtige Wegpunkte bei der Etablierung des EKiZ Wichtelhaus in Oelsnitz. Neben Rahmenbedingungen der Stadt wurde der Kerngedanke beschrieben, der hinter der Bewerbung für eine Weiterentwicklung im EKiZ-Projekt stand. Die Ausführungen mit interessanten Hintergrundinformationen zu Strukturdaten der Kommune, dem Planungshintergrund sowie Hürden und Ansprüchen, sowie die wichtigen Bausteinen für einen Betrieb der Kita Wichtelhaus im Sinne eines EKIZ können Sie der Präsentation entnehmen, die Sie unter folgendem Link finden. Beitrag 1 – EKiZ Oelsnitz – AWO Chemnitz (PDF, 317kB)
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2. Kooperationsmodell „Familienbüro“ Olbersdorf incl. Begleitforschung Hochschule Zittau/Görlitz

Herr Dirk Reinke als Geschäftsführer AWO Kreisverband Oberlausitz e.V. stellten das interessante Kooperationsmodell zwischen dem Kinderhaus „Spielkiste“ und dem „Familienbüro“ Olbersdorf und dar. In einem zweiten Teil diskutierte Frau Prof. Dr. habil. Andrea G. Eckhard der Hochschule Zittau/Görlitz, Fakultät Sozialwissenschaften zentrale Ergebnisse einer Begleitforschung und zeigte auf, wie und ob die starke Vernetzung verschiedenster Partner ein niederschwelliger Zugang zu Zielgruppen gefunden werden konnte.
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3. Lokales Bündnis „Zethau bewegt sich“

Der Beitrag wurde eingeleitet durch einen Imagefilm der das Bündnis als Preisträger des Deutscher Kita Preis 2018 porträtierte. Im Anschluss stellten sich Frau Gärtner als Fachbereichsleiterin und Fachberaterin Kita der Kinderarche Sachsen e.V. und Frau Schmieder als Einrichtungsleiterin Christliches Kinderhaus »Ankerplatz« den Fragen der Moderatorin. Frau Heinrich beschreibt, wie wichtig und gewinnbringend ihr als Mutter die Arbeit im Bündnis ist. Die Einrichtung mit den Angeboten im Sinne eines Knotenpunktes im Dorf spart Familien gerade im strukturschwachen und kleinen Kommunen Fahrtwege und Fahrtzeiten und erleichtert die Erreichbarkeit und Nutzung von Angeboten. Frau Gärtner ist ein gutes Gespür für die Potentiale von Akteuren vor Ort und die generationsübergreifende Aktivierung Ehrenamtlicher zentral. Die Fachdienste und Kommunen müssen hierfür Freiräume bzw. Möglichkeiten schaffen und in enger Abstimmung mit der Leitung bleiben. Frau Schmieder unterstrich, wie wichtig ein gefestigtes und visionstragendes Team ist. Vertrauen und Beziehungs-Kontinuität sind zentral für eine nachhaltige und wirkungsvolle Arbeit mit Familien vor Ort.
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„Das möchten wir Ekiz mitgeben“ (Rückmeldungen aus den Galerierundgang)